Benjamin Olschak

Gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren Drohndorf und Mehringen entwickelte das Unternehmen Olschak Stahl + Design einen nachrüstbaren Frontsprühbalken für Einsatzfahrzeuge – eine effiziente und ressourcenschonende Alternative zu bisherigen Lösungen. Der Sprühbalken ermöglicht eine gezielte Anwendung bei Flächenbränden, Ölspuren oder zum Schutz von Einsatzkräften.

Beim BESTFORM AWARD – dem Kreativpreis des Landes Sachsen-Anhalt wurde das Ascherslebener Unternehmen dafür in der Kategorie PRODUCT mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

Warum habt ihr den Frontsprühbalken zum Nachrüsten weiterentwickelt – woher kam der Impuls?

Benjamin Olschak: Zur Corona-Zeit saß ich mit den Ortswehrleitern von Drohndorf und Mehringen zusammen, da ich schon länger die Feuerwehren unterstütze, finanziell und auch handwerklich. Es war Spätsommer und die Acker- bzw. Stoppelfeldbrände haben sich zu dieser Zeit gehäuft. Da kam die Idee von Martin Bork, wir könnten uns ja mal einen Frontsprühbalken zum Nachrüsten austüfteln.
Seine Worte: „Die Idee ist ja nicht neu, gab es schon zu Ostzeiten in einfacher Version. Es gibt aber leider nichts zum Nachrüsten, man kann für sehr viel Geld bei neuen Fahrzeugen die Option dazubuchen, welche aber hauptsächlich auf den Eigenschutz des Fahrzeugs ausgelegt sind. Wir brauchen aber ein System, was das Fahrzeug schützt, sparsam ist und auch für Flächenbrände genutzt werden kann.“

Nach mehreren Prototypen, um die Düseneinstellungen zu testen, haben wir dann vor etwa zwei Jahren den ersten kompletten Prototyp an das Feuerwehrfahrzeug in Mehringen gebaut. Kurz danach war ich mit Christoph Weber, dem stellvertretenden Ortswehrleiter aus Drohndorf, in Mehringen und haben diesen begutachtet. Christoph hatte noch einige Verbesserungen in petto und daraufhin haben wir das zweite Modell entworfen. Als beide Feuerwehren ausgestattet waren, haben wir 2023 auch ein Stück Acker anzünden dürfen und diese im Einsatz testen können.

Kurz gesagt – was macht Eure Idee so besonders?

Benjamin Olschak: Die Besonderheit bei unserem Modell ist, dass es im Vergleich zu anderen sehr wassersparsam, dazu nachrüstbar an so gut wie jedem Fahrzeug, relativ günstig und komplett aus Edelstahl ist. Wir haben unser Grundmodell, können aber auch fast alle Wünsche erfüllen, sei es mehr Düsen oder weniger Düsen, andere Durchflussmengen, Anschlussmöglichkeiten für feste Verrohrung oder auch Pump and Roll mit schneller Verlegung des Schlauches zu integrieren.

Voriges Jahr haben wir ein Modell für Krämer Spezial Vehicles für das sogenannte Rawkar entwickelt – ein Amphibienfahrzeug, das sowohl im Wasser als auch an Land fahren kann und in der Karosserie das Wasser speichert.

Wir können diese Sprühbalken auch für das THW, Landwirte oder Motocross-Einsätze umfunktionieren.

Wie geht es jetzt damit weiter und was macht ihr mit den  10.000 Euro Preisgeld?

Benjamin Olschak: Aktuell entwerfen wir eine Universalhalterung, um das System schnell an jedem Fahrzeug montieren zu können. Zurzeit ist es leider noch so, dass wir ein Aufmaß an jedem Fahrzeug durchführen und die Halterungen individuell anpassen müssen.

Wir haben auch einen Partner in Magdeburg gefunden, der eventuell mit uns das Online-Geschäft ankurbeln möchte.
Ich bin sehr offen für Anfragen und Angebote von großen Herstellern beziehungsweise für die Umrüstung von Feuerwehrfahrzeugen und hoffe durch eine größere Menge das Modell noch günstiger anbieten zu können. Damit dann auch die kleinen Feuerwehren in den Kommunen ausgestattet werden können, was unser primäres Ziel ist.

Das Preisgeld fließt in die Entwicklung der Halterung und wird zum Teil auch gespendet an die Freiwilligen Feuerwehren von Drohndorf und Mehringen, schließlich sind diese in der Entwicklung tief eingebettet.